Der Deutsche Dialogpreise – Ein Preis für Verständigung und Respekt  

Am 20. November wird in Berlin der Deutsche Dialogpreis verliehen – eine Auszeichnung für gelebte Verständigung

Berlin, Oktober 2025. Noch sind es gut zwei Monate bis zum Abend, an dem das Foyer des Steigenberger Hotels am Kanzleramt zum Treffpunkt von Brückenbauern aus ganz Deutschland wird. Am 20. November verleiht der Bund Deutscher Dialog Institutionen (BDDI) zum elften Mal den Deutschen Dialogpreis – eine Auszeichnung, die Menschen und Initiativen ehrt, die Verständigung und Respekt stärkt. 

„Wir wollen herausragendes Engagement im interreligiösen, interkulturellen und gesellschaftlichen Dialog würdigen“, sagt Kadir Boyaci, Generalsekretär des BDDI. Der Preis wird alle zwei Jahre in Kategorien wie Wissenschaft & Bildung, Literatur & Kunst, Interreligiöser Dialog und Lebenswerk vergeben. Jede Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert – Symbolwert, der vor allem Sichtbarkeit schafft.

In diesem Jahr steht die Verleihung unter dem Motto „Vielfalt leben – Verantwortung übernehmen“. Der Gedanke dahinter: In einer pluralen Gesellschaft genügt es nicht, Vielfalt nur zu benennen – sie muss aktiv gestaltet, geschützt und gemeinsam getragen werden. Über 100 Persönlichkeiten und Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden nominiert. Viele von ihnen wirken fernab großer Bühnen – in Klassenzimmern, Stadtteilzentren oder kleinen Kulturprojekten.

Der Deutsche Dialogpreis will diese Arbeit ins Rampenlicht rücken. „Dialog beginnt mit Zuhören – und verändert die Gesellschaft von innen heraus“, beschreibt Boyaci die Haltung des BDDI. „Wir möchten Menschen ermutigen, Brücken statt Mauern zu bauen.“

Die Preisverleihung ist mehr als eine Reihe von Laudationes: Sie ist Begegnungsort. Geladen sind Gäste aus Politik, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft. Neben den Auszeichnungen wird es ein Rahmenprogramm geben, das Musik, künstlerische Beiträge und persönliche Geschichten verbindet – Geschichten, die zeigen, wie Begegnung gelingt.

Wer an diesem Abend ausgezeichnet wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Doch schon jetzt steht fest: Der Deutsche Dialogpreis wird einmal mehr zeigen, dass Verständigung keine abstrakte Idee ist, sondern in Gesprächen, gemeinsamen Projekten und gegenseitigem Respekt lebt.

Preisverleihung Deutscher Dialogpreis 2025
Datum: 20. November 2025
Ort: Steigenberger Hotel am Kanzleramt, Ella-Trebe-Straße 5, 10557 Berlin
Motto: „Vielfalt leben – Verantwortung übernehmen“

Philosophie des Deutschen Dialogpreises und einige der Preisträger
Der Deutsche Dialogpreis steht für die Überzeugung, dass Dialog der Schlüssel zu einem friedlichen, gerechten und respektvollen Zusammenleben ist. In einer vielfältigen Gesellschaft genügt es nicht, nur nebeneinander zu leben – es braucht aktives Aufeinander-Zugehen, Zuhören, voneinander Lernen und gemeinsames Gestalten.
Leitgedanke: „Dialog beginnt mit Zuhören – und verändert die Gesellschaft von innen heraus.“ 

Einige der Preisträger:

  • Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel – Katholischer Theologe, bis 2013 Professor für Theologie der Kultur und interreligiösen Dialog. Bekannt für interreligiöse Arbeiten.
  • Dr. Navid Kermani – Schriftsteller, Orientalist und Essayist. Autor zahlreicher Texte zu Islam, Nahost und Dialog; erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2015). 
  • Dr. Tovia Ben Chorin – Ein Rabbiner und Brückenbauer zwischen Judentum, Christentum und Islam. Er wirkte unter anderem als Rabbiner in Berlin und ist Gründungsmitglied des Friedensprojekts Hous of One.    
  • Prof. Dr. Barbara John – Sie wirkte als Ausländerbeauftragte des Berliner Senats und prägte maßgeblich die Integrationspolitik. Sie engagiert sich als Ombudsfrau für die Angehörigen der NSU-Opfer und in verschiedenen Gremien gegen Rassismus und Diskriminierung.  
  • Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi
    Religionsphilosoph, Islamwissenschaftler und Übersetzer des Korans. Er lehrt als Professor für Kalām, islamische Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.  
  • Bildungsstätte Anne Frank
    Lern- und Gedenkort, der Aufklärung zu Nationalsozialismus und jüdischer Geschichte leistet, besonders in Bildungsarbeit mit Jugendlichen.
  • meet2respect
    Eine Initiative von Berline Juden und Muslimen um gemeinsam Antisemitismus und Islamfeindlichkeit entgegenzuwirken.  
  • Steffi Jones
    Fußballspielerin und Trainerin, bekannt für Einsatz im Sport und interkulturelle Integration  
  • Dr. Margot  Käßmann
    Luth. Theologin, ehemalige Landesbischöfin der Evang.-Luth. Kirche von Hannover und Ratsvorsitzende der EKD a.D. Bekannt für klare Sprache und gesellschaftliches Engagement.

Über den BDDI
Der Bund Deutscher Dialog Institutionen (BDDI) ist ein 2013 in Frankfurt am Main gegründetes Netzwerk von derzeit 15 zivilgesellschaftlichen Dialogvereinen. Sie sind aus der Hizmet-Bewegung hervorgegangen (Alt.: Es handelt sich dabei um Dialogvereine der Hizmet-Bewegung.) Ziel ist es, interkulturellen und interreligiösen Dialog zu stärken und Engagement sichtbar zu machen. Inspiriert von der Hizmet-Bewegung steht der BDDI für Bildung, Engagement und friedliches Miteinander. Er vernetzt Akteure aus Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft, initiiert Projekte und schafft Räume für Begegnung. Zu den Formaten gehören neben dem Deutsche Dialogpreis, die DialogAkademie, interreligiöse Veranstaltungen wie „Fastenbrechen im Dialog“ oder „Meet & Read“, internationale Studienreisen und kulturelle Projekte.